Große Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben sind nicht die einzigen Symptome einer Legasthenie.

Legasthene Schüler zeigen häufig Probleme mit dem schriftlichen Ausdruck.

Sie haben oft Strukturierungsprobleme beim eigenständigen Schreiben. Diese Probleme führen dazu, dass die Kinder u.a. unvollständige Sätze schreiben. Sie sind nicht in der Lage, ihren Aufsatz sinnvoll zu gliedern oder eine Erzählreihenfolge einzuhalten. Einige von der Legasthenie betroffenen Schüler leiden an Wortfindungsschwierigkeiten, d.h. dass ihnen nicht selten das treffende Wort für die Beschreibung einer Sache nicht einfällt oder sie verwenden dafür ein ungeeignetes.

Weitere Schwierigkeiten:

– Mündliche und/ oder schriftliche Textzusammenfassung und -wiedergabe.

– Eigene Gedanken in die Schriftform umsetzen.

– Einhalten und Umsetzen der grammatikalischen Regeln.

– Einhalten einzelner Aufbauschritte.

– Kurz und treffend die Einleitung und den Schluss zu formulieren.

– Den roten Faden im Text beibehalten

– Nicht in das Uferlose ausschweifen.

Diese und weitere Probleme beim Verfassen eines Aufsatzes sind als Folgen der bei legasthenen Schülern vorhandenen Wahrnehmungsproblematik zu sehen, die vor allem bei der auditiven Serialität und phonologischen Informationsverarbeitung auftreten.

(Der Artikel basiert auf Untersuchungen von B.Y.L. Wong 2008, S. Dehaene, L. 2010, L. Wygotski 2003, L. Schenk-Danziger 1996 u.a.)

© Dr. Nina Hellwig, Erlangen 2016

 

 

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