Zur Erklärung der Rechtschreibung des Wortes brenzlig

 

In dem PC-Programm UniWort, das oft für das Rechtschreibtraining in der Legasthenietherapie Verwendung findet, wird das Wort brenzlig diktiert, das vor allem für die Schüler mit einer Rechtschreibschwäche problematisch ist.

Den Schülern wurde vorher erklärt, dass die Nachsilben für Adjektive ausschließlich –ig oder –lich[1] heißen, wie z.B. lustig oder ehrlich.

Es gibt keine *-lig oder *-ich Nachsilbe![2]

Aufgrund dessen schreiben sie am Endes dieses Wortes ein ch, da sie von der Nachsilbe –lich ausgehen.

Hier muss erklärt werden,

dass das Wort brenzlig (Adjektiv, Bed. angebrannt riechend, im übertragenen Sinne gefährlich, kritisch, verdächtig) von dem Wort brenzeln (angebrannt riechen) im 16. Jh. entstanden ist.[3]

Der Wortstamm heißt dementsprechend –brenzel– bzw. –brenzl– bei brenzlig, wegen dem flüchtigen-e.[4]

Am besten ist in diesem Fall die Verlängerung anzuwenden.

Beispiel: brenzlige Lage, brenzlige Situation.

Der Wortstamm sollte vom Schüler eingerahmt und die Nachsilbe farbig markiert werden.

 

Literaturhinweis:

 

– Kluge, F.: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 1999

– Augst, G.: Wortfamilienwörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. 2009

 

 

 

 

©Dr. Nina Hellwig                                                        Erlangen, Oktober 2017

[1]Siehe dazu Broschüren in N. Hellwig: Rechtschreib-Legekarten für die Erarbeitung harter und weicher Konsonanten bzw. Mind-Maps zum Verstehen der Rechtschreibung ähnlich- oder gleichklingender Laute.

[2]Das Sternchen vor dem Suffix soll verdeutlichen, dass es sich um eine falsche Schreibung handelt.

[3]Vgl. dazu Kluge, 1999

[4]Bsp. zum flüchtigen-e: nieder – niedrig, offen – öffnen, kleben – klebrig

 

Kommentare sind geschlossen