Lesetraining für legasthene Kinder – neuer Artikel

In der Zeitschrift „Das Kind“ die von der Deutsche Montessori Gesellschaft e.V. herausgegeben wird, erschien im Juni 2017 ein Artikel von Frau Dr. Hellwig.

Lesetraining für legasthene Kinder. Hilfe beim Zusammenschleifen der Buchstaben zu einer Silbe.

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(Hier der Artikel zum Download)

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Bericht zum Tag der Legasthenie am 30.09.2016

Am 30.09.2016 wurde in der Aula der Legatrain-Praxis für Legasthenie und Dyskalkulietherapie im Rahmen des Tages der Legasthenie und Dyskalkulie, der von dem Bundesverband Legasthenie gemeinsam mit der Deutschen Kinderhilfe ausgerufen wurde, ein Fachvortrag gehalten zum Thema: Legasthenie. Dyskalkulie. Ursachen – Folgen – Behandlung. 

Im Vortrag wurde auf wichtige Fragen zu der Entstehung, Symptomen, Auswirkung auf die psychische Gesundheit des betroffenen Kindes, sowie Möglichkeiten der Erkennung und der Therapie einer Lese-Rechtschreib- und Rechenstörung eingegangen. Auch der Umgang seitens der Eltern mit diesem Problem blieb nicht außer Acht. Anschließend fand eine Beratung für betroffene Eltern und Interessenten statt.

Aus den Fragen, die uns im voraus erreichten und aus zahlreichen anderen, die während des Vortrages und der nachfolgenden Beratung gestellt wurden, lässt sich folgendes schließen:

  • Die Möglichkeiten der Früherkennung und Behandlung einer evtl vorkommenden Lese-, Rechtschreib- und Rechenschwäche sind den Eltern nicht bekannt.
  • Die meisten Eltern werden ziemlich spät mit diesem Problem konfrontiert.
  • Viele Eltern kannten vorher diese Begriffe nicht.
  • Man bekommt selten den Rat, das Kind vor der 3. oder gar 4. Klasse zu testen.
  • In vielen Fällen verspricht man eine wirksame Hilfe durch den schulischen Förderunterricht.
  • Den Eltern wird der Weg auf die Förderschule schon in der ersten Klasse aufgezeigt.
  • Die Eltern der legasthenen und dyskalkulen Schüler wissen nicht immer, dass eine finanzielle Förderung durch das zuständige Jugendamt möglich ist.
  • Oft hören die Eltern von den Ärzten, dass dieses Problem im Symptombereich, vor allem bei Dyskalkulie, nicht behebbar sei.
  • Der Nachteilsausgleich, wird in einigen Schulen nicht immer zum Nutzen der Kinder umgesetzt, vor allem, was die Vergrößerung der Schrift oder entsprechendes Kürzen der zu lesenden Aufgabe angeht.
  • Die Eltern wussten nicht, dass ein Zeitzuschlag sowie der Notenschutz für alle schriftlichen Arbeiten gilt.

Es wurden sehr viele Fragen gestellt, die alle beantwortet wurden. Es ist sehr erfreulich, dass auch Lehrer bei dem Vortrag waren, denn sie verfügen nicht immer über das nötige Wissen und die Kompetenz, um den Kindern zu helfen und die Eltern zu beraten.

Ein Fazit lässt sich aus der durchgeführten Veranstaltung ziehen:

Ein Tag der Legasthenie und Dyskalkulie sollte jedes Jahr durchgeführt werden.

Es wird darin eine gute Möglichkeit gesehen, das Interesse der Öffentlichkeit zu diesem Thema zu wecken und die Aufklärung der Familien mit betroffenen Kindern zu unterstützen.

Dr. Nina Hellwig

tag-der-legasthenie-dyskalkulie

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Vortrag bei der Tagung der European dyslexia association am 23.09.2016

Frau Dr. Hellwig wird beim 5. Kongress der eda – european dyslexia associaton, der von 21.-24.09.2016 in Modena (Italien) stattfindet, einen Vortrag halten zum Thema „Selbstinstruktionstraining für rechtschreibschwache Kinder“.

Hier der Link zur Seite der Fachtagung: Conference Agenda

Abstrakt:

Legastheniker benötigen besondere Orientierungshilfen, um ihre Schwierigkeiten zu bewältigen.

Um das nötige Regelwissen zu verstehen, zu verinnerlichen und anzuwenden, brauchen sie visualisierte und verbalisierte Stützen in Form von Lernstrategien, die vom Pädagogen initiiert werden und es den Schülern ermöglichen, die erworbenen orthografischen Kenntnisse als Denkschemata zu habitualisieren und umzusetzen.

Eine Art solcher Orientierunghilfen ist das Selbstinstruktionstraining. Die Schüler lernen, ihre Handlungen verbal, d.h. laut oder leise als Sprache zu äußern, und sich so selbst anzuleiten. Dabei wird der orthographische Lösungsweg vollständig versprachlicht.

In dem Workshop werden Lernstrategien zum Bearbeiten wichtiger Rechtschreibbereiche, wie Dehnung, Doppelung etc. vorgestellt. Zu jedem Bereich werden Techniken zur Selbstinstruktion, die aus der Praxis der Legasthenieförderung stammen, gezeigt.

Zielgruppe: Legasthenie- und Lerntherapeuten, Psychologen, Lehrer

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Online-Seminar zur Legatrain-Methode am 05. April

Wir laden alle, die mehr über die Legatrain-Methode erfahren möchten, am Dienstag 05. April 2016 von 18.15-19.15 zu einer Infoveranstaltung ein. Frau Dr. Hellwig wird während dieses Webinars folgende Themen ansprechen:

  • Die Legatrain-Methode zur Behandlung von Legast28228henie und Dyskalkulie
  • Workshops und Coaching für Lehrer und Therapeuten
  • Weiterbildung zum Legasthenie- und Dyskalkulietherapeuten

Die Infoveranstaltung ist natürlich kostenlos. Um teilzunehmen, klicken Sie auf den Anmeldeknopf und anschließend auf „Kostenfrei buchen„. Während der Veranstaltung können Sie auch Fragen stellen. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

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Gibt es einen Zusammenhang zwischen Sprachstörungen und Legasthenie?

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Sprachstörungen und Legasthenie?

Kinder mit bestimmten Sprechstörungen zeigen ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eine Lese- und/ oder Rechtschreibstörung (Legasthenie), meint Professor Gerd Schulte-Körne von der LMU München.1

Die von uns geführte Statistik zeigt, dass über 80% aller leseschwachen Schüler, die in unserer Praxis in der Legasthenietherapie waren bzw. sind (über 800 Kinder in 15 Jahren) eine logopädisch behandelte Sprachstörung hatten.2

Die eigene Analyse lässt sich durch Aussage von Prof. Büttner bestätigen, der zufolge bis zu 80% der lese-rechtschreibschwachen Schüler Entwicklungsstörungen der Sprache zeigen.3

Es ist bekannt, dass legasthene Schüler enorme Probleme bei dem Zuordnen der Schriftzeichen zu den Sprachlauten zeigen.4 Diese Kinder haben oft Probleme im Bereich der phonologischen Bewusstheit.5

Der renommierte Psychologe und Kognitionswissenschaftler Stanislas Dehaene behauptet, dass die Mehrzahl der legasthenen Schüler auch an Defiziten im Bereich der auditiven Wahrnehmung6 leiden.

Der Grund dafür liegt offensichtlich darin, dass die Verarbeitungszentren von der Mundmotorik und Sprache im Gehirn dicht nebeneinander liegen und so stark vernetzt sind, dass sie sich über funktionelle Verbindungen gegenseitig beeinflussen.

Es herrscht bei den Wissenschaftlern die Meinung, dass im Gegensatz zum Hören, Sehen und Sprechen für das Lesen im menschlichen Gehirn von der Natur kein Platz vorgesehen wurde.7

Das Lesen und Schreiben sieht der Psychologe und Sprachwissenschaftler Kainz als zwei „Gebrauchsweisen von Sprache“, die erst spät in der Entwicklung des Menschen hinzukamen.8 Genutzt werden für das Lesen Gehirnareale und Strukturen, die ursprünglich für lebenswichtige Prozesse wie Sehen, Hören, Sprechen zuständig waren.

Durch Sprechen und Lesen werden bestimmte Vorgänge im Gehirn in Gang gesetzt, die zur Ausbildung dauerhafter Strukturen führen.9 Im Laufe der Zeit spezialisieren sich beim Schulkind ganze Gruppen von Nervenzellen auf das Lesen, sodass der Leseprozess später automatisch abläuft.

Es muss sich natürlich nicht bei jedem Kind, das sich in einer logopädischen Behandlung befindet, zwangsläufig eine Lese- oder Rechtschreibstörung entwickeln.

Nach einer qualifizierten logopädischen Behandlung verschwinden in den meisten Fällen die Symptome der Sprachstörung.

Kommen jedoch weitere Faktoren hinzu, wie z.B. Probleme mit der visuellen Differenzierungsfähigkeit, der Feinmotorik etc. so kann sich bei Kindern durchaus die erwähnte Störung beim Lesen und / oder Schreiben entwickeln. Die erbliche Komponente spielt dabei eine große Rolle.10

Eine vorschulische Abklärung ist in diesen Fällen besonders wichtig. Eine präventive Behandlung kann den Kindern sehr viel Leid in der Schule ersparen.

Dr. Nina Hellwig

Legatrain Praxis für Legasthenie- und Dyskalkulietherapie

Dieser Artikel erschien am 4.3.2016 in der Günzburger Zeitung.

1Vgl. Schulte-Körne, G.: Diagnostik, Symptomatik und Ursachen der lese-Rechtschreibstörung. In: Nervenheilkunde 2012 (7-8) S.529

2Die Daten entstanden anhand der Analyse der ärztlichen Gutachten sowie der ausgefüllten Elternfragebögen

3Vgl. Büttner, 2009

4Vgl. Dehaene, S.: Lesen. Die größte Erfindung der Menschheit und was dabei in unseren Köpfen passiert. Knaus 2010

5Vgl. Küspert, P. & Schneider, W.: Hören, lauschen, lernen: Sprachspiele für Kinder im Vorschulalter: Würzburger Trainingsprogramm zur Vorbereitung auf den Erwerb der Schriftsprache. Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht 2003

6Dehaene, S.: Lesen. Die größte Erfindung der Menschheit und was dabei in unseren Köpfen passiert. Knaus 2010 S.275

7Vgl. u.a. Steinbrink, K. & Lachmann, Th.: Grundlagen. Diagnostik. Intervention. Springer Verlag, Berlin Heidelberg 2014

8Kainz, F.: Psychologie der Sprache. Bd. 4 Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart 1956 S.1

9Vgl. Affolter, F: Wahrnehmung, Wirklichkeit und Sprache. Neckar-Verlag GmbH

10Vgl. Schulte-Körne, G. Ratgeber Legasthenie. Knauer Taschenbuch 2004

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