Legasthenie hat viele Namen

In den ca. 150 Jahren, seitdem das Phänomen Legasthenie bekannt ist, wurden für ihre Beschreibung verschiedene Begriffe verwendet. Nachfolgend nur einige von diesen, die in unterschiedlicher Weise den Problemkreis einer Lernstörung beschreiben.

Begriffsdefinition Jahr Autoren des Begriffes
Wortblindheit 1877 Neurologie Professor Dr. Adolf Kussmaul
unvollkommene isolierte Wortblindheit 1887 Professor Dr. Rudolf Berlin, Arzt und Augenchirurg
Schreibstottern Schreibstammeln 1889 Dr. Oswald Berkhan, praktische Arzt und Schularzt
kongenitale (angeborene) Wortblindheit
kongenitale Legasthenie, Leseblindheit
1895
1896
James Kerr, Schularzt; W. Pringle Morgan, Augenarzt
James Hinshelwood, Augenchirurg
reine Wortblindheit 1892 Joseph Jules Déjerine, französischer Neurologe
Legasthenie
familiäre Wortblindheit, infantile Leseblindheit
1916
1928
P. Ranschburg, Professor für Psychologie und Pädagoge
Ungarn
Strephosymbolia (spiegelbildliche Symbolwahrnehmung) 1925 Samuel T. Orton, amerikanischer Neurologie- und Psychiatrieprofessor
Lese- und Rechtschreibstörung (F 81.0)
Isolierte Rechtschreibstörung (F 81.1)
2000
ICD-10 der WHO (Weltgesundheitsorganisation)
Lese-Rechtschreibschwäche, LRS, verbale Lese- und Rechtschreibschwäche 1964 Dr. Hans Kirchhoff, Psychologe
verbale, literale Legasthenie 1968 Professor Dr. Lotte Schenk-Danzinger, Österreich
Oberflächenlegasthenie (surface dyslexics) 1989 Dr. Christine Mann, Psychologin

Selbsthilfegruppe in Erlangen und Höchstädt (Dillingen)

In Zusammenarbeit mit Legatrain wird in Erlangen und Höchstädt in Kürze eine Selbsthilfegruppe für Eltern von Legasthenikern und Dyskalkulikern gegründet. Bei den Treffen können sich Betroffene in entspannter Athmosphäre über ihre Erfahrungen mit Legasthenie und Dyskalkulie austauschen. Die Termine werden noch festgelegt und auf unserer Webseite veröffentlicht.

Es gibt folgende Ansprechpartner:
Erlangen: Frau Andrea Heinrich – e-mail: heinrichandrea@t-online.de
Höchstädt: Frau Annegret Sauer – siehe Kontaktinfos Filiale Höchstädt

Legasthenie – ein schweres Schicksal?

Soeben erschien in Fritzi, dem Familienmagazin für Erlangen, Herzogenaurach und Höchstadt ein Artikel von Frau Dr. Nina Hellwig zum Thema: Wenn die Buchstaben verrückt spielen. Legasthenie – ein schweres Schicksal?

Der Artikel befasst sich mit der Problematik der Legasthenie als Folge einer angeborenen Teilleistungsstörung. Das Schicksal eines von Legasthenie betroffenen Kindes wird beschrieben sowie die Probleme, mit denen die Eltern der legasthenen Kinder zu kämpfen haben. Die Symptome, an denen man eine Lese- Rechtschreibstörung erkennt, sowie die psychischen Auswirkungen werden ebenso thematisiert.

Tag der offenen Tür ein voller Erfolg!

Am 1. Mai standen die Türen von Legatrain – Pädagogische Praxis für Legasthenie- und Dyskalkulietherapie interessierten Besuchern offen. Das gesamte Team stand den ca. 150 Besuchern für Fragen zu den Themen, Legasthenie, Dyskalkulie und Wahrnehmungsstörungen zur Verfügung. Besucher, die das Legatrain – Rätsel lösen konnten, bekamen einen Gutschein für einen um 25% vergünstigten pädagogischen Test zur Feststellung einer evtl. vorliegenden Legasthenie oder Dyskalkulie. Einige (junge) Gäste nahmen die Gelegenheit wahr, unsere Trainingsmaterialien zu testen (siehe Photo).